Faltrad Wissen
Inhalt
Der Begriff Faltrad bzw. Klapprad
Faltrad Geschichte
Unterschied verschiedener Falträder und Klappräder

Unterschied Faltrad / Klapprad

Unterscheidungsmerkmale von Falträdern
Welches Faltrad?

Warum das vergleichen von Datenblättern und Preisen sowie Telefonberatung nicht funktioniert
Wo Faltrad kaufen?

Direkter Anbieter Vergleich
Faltrad - FAQ's
Der Begriff Faltrad bzw. Klapprad
Der Begriff "Faltrad" bzw. "Klapprad" bezeichnet ein Fahrrad, das mit wenigen Handgriffen mittels Gelenken, Scharnieren oder anderen Konstruktionen auf ein kleineres Packmaß zusammengeklappt werden kann. Dadurch wird es klein genug um es im Auto, Bus und Bahn zu transportieren.
Heutzutage wird jedoch zwischen den beiden Begriffen unterschieden. So wird das klassische Klapprad aus den 60/70er Jahren bekannt sowie die aktuellen sehr preisgünstigen Räder Klapprad genannt. Die modernen, hochwertigen Räder hingegen Falträder. Hiermit soll der extrem große technische und konstruktive Unterschied herausgehoben werden. Klappräder fuhren sich meist sehr unstabil und man musste viel treten, moderne Falträder hingegen erreichen nicht selten das Fahrverhalten und die Technik hochwertiger Trekkingräder.

Faltrad Geschichte
Erfunden und patentiert wurde das Klapprad im Jahr 1878, von
William Grout. Damals waren Fahrräder noch Hochräder (Sitz auf ein extrem großen Vorderrad mit Pedalen und einem winzigen Hinterrad). Somit war dieses Klapprad ein klappbares Hochrad.
1896 - Fahrräder mit bis heute üblichem Diamantrahmen waren Standard - wurde das "Faun" patentiert. Es war ein einmal in der Mitte klappbares "normales" Fahrrad.
1900 wurde von Dursley Pedersen ein Prototyp eines zerlegbaren Fahrrades für das Militär gefertigt. Das Militär war jedoch nicht interessiert.
1909 wurde das "Fongers" als Militär-Klapprad mit kleineren Rädern für die holländische Armeee entwickelt. Auch dieses ging nicht in Serie
In den späten 30er Jahren wurde das französische "Petit Bi" - das schon einen recht moderne Optik hatte - entwickelt.
Der große Entwicklungssprung wurde jedoch Anfang der 60er Jahre vollzogen. Die Firma Moulton entwickelte die Stowaway Modelle, die teilbar und mit kleinen, luftbereiften Rädern ausgestattet waren. Die erreichten Fahreigenschaften überzeugten viele und so wurde der Beginn der großen Klappradverbreitung ausgelöst. Leider waren die vielen Nachbauten mit zu kurzem Radstand, instabilen Rahmen, falscher Übersetzung und ohne Federung gebaut. Daraus resultierte ein schlechtes Fahrverhalten. Leider ist aufgrund der Verbreitung und der vielen Jahren der Ruf der Klappräder bis heute stark geschädigt worden.
Erwähnenswert ist noch das 1970 entwickelte Bickerton, das auch einen großen Bekanntheitsgrad bekam, da durch Aluminium uns sehr grenzwertige Konstruktion ein Gewicht von sagenhaften 8 Kilogramm erreicht wurden.
Ein zwar erst 1986 produziertes, jedoch schon in den 70ern entwickeltes Faltrad war das Brompton von Andrew Ritchie. Durch die geringe Faltzeit, das extrem geringe Packmaß und die guten Fahreigenschaften hat es sich bis heute durchgesetzt.
Ende der 1980er Jahre gründete dann der aus der Militär-Industrie kommende David Hon dann die Firma Dahon. Seither wurde Dahon zum größten Faltrad-Anbieter weltweit. Durch seine Produktion in China blieben auch die Preise recht günstig.
Mitte der 1990er erreichten dann noch einmal Heiko Müller und Markus Riese große Aufmerksamkeit mit Ihrem unter dem Firmennamen Riese & Müller entwickelten Modell Birdy.
Es war sehr modernes, vollgefedertes Faltrad, das die Faltgelenke durch die Federungsgelenke ersetzte und damit Komfort und Steifigkeit revolutionierten. Auch das Birdy besitzt bis heute wie das Brompton Kultstatus und ist dank der vielen Weiterentwicklungen auch heute noch ein Spitzenmodell im Faltrad-Segment.
Danach kamen noch viele kleinere Firmen mit Falträden auf den Markt, die die heutige Vielfalt an Falträdern ermöglicht hat.
In den späten 2010er Jahre wurden dann aufgrund des Elektrorad-Booms immer mehr Falträder mit Elektromotoren ausgerüstet.
Wir sind gespannt wie die Faltrad-Geschichte weiter geht....
Unterschied verschiedener Falträder und Klappräder
Zu aller erst gilt die Unterscheidung von Falträdern und Klapprädern:
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Klapprad |
Faltrad |
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|
| Geometrie |
kurz, gedrungen, ungünstige Geometrie |
an das normale Fahrrad angelehnte, nahezu "vollwertige" Geometrie |
| Fahrverhalten |
unstabil, nervös, unsicher |
relativ stabil, weniger nervös, relativ sicher |
| Übersetzung |
sehr klein --> "zu Tode Strampeln" |
normal --> nicht mehr treten als bei normalem Fahrrad nötig |
| Qualität |
meist niedrig |
meist hoch |
| Einsatzgebiet |
"zum Brötchen holen", Kurzstrecken, geringe Anforderungen |
nahezu unbegrenzt, von Kurzstrecke bis Fahrradreisen, von Rennrad über Tourenrad zum Mountainbiken, auch für hohe Anforderungen |
| Beispiele |
70er Jahre Klapprad, sehr günstige, häufig auch "Discounter" Klappräder, Excelsior Standard Klappräder |
Hochwertige Falträder wie z.B. Birdy, Brompton, Bernds, Dahon,... |
Unterscheidungsmerkmale von Falträdern
Packmaß
Radgröße
Geometrie
Sitzposition
Faltzeit
Gewicht
Einsatzgebiet
|
Einstiegshöhe
Qualität
Preis
Schwierigkeit des Faltens
Transportmöglichkeiten
Steifigkeit
Maximale Zuladung
|
Ausstattung (Schaltung,
Bremsen, ...)
Eignung für Körpergröße
Reifenbreite
Federung
Zubehör
Optik
uvm. |
Wie Sie selbst sehen sind die Anforderungen und Unterscheidungsmerkmale sehr umfangreich und beeinflussen sich oft gegenseitig. So ist z.B. ein extrem geringes Gewicht nicht mit maximaler Steifigkeit bzw. Zuladung vereinbar. Ebenfalls wird Rad mit großer Radgröße nicht das kleinste Packmaß haben. Noch weniger wird das billigste Rad die beste Qualität bieten.
Somit gibt es auch im Faltrad-Bereich nicht die "eierlegende Wollmilchsau", sondern es müssen, wie überall im echten Leben, Kompromisse eingegangen werden. Die Kunst ist es nun den für Sie und Ihren Einsatzzweck optimalsten Kompromiss bzw. Faltrad zu finden.

Welches Faltrad?
Warum das vergleichen von Datenblättern und Preisen sowie Telefonberatung nicht funktioniert
Nun könnte man meinen aufgrund der oben genannten Unterscheidungsmerkmale müsste man nur noch die Datenblätter und Preise verglichen werden und schon hat man sein optimales Faltrad. Dies funktioniert auch noch recht gut bei Daten wie Gewicht, Packmaß, Preis, Zuladung, Ausstattung. Problematisch wird es jedoch bei den meist noch wichtigeren Punkten Eignung für Körpergröße, Schwierigkeit des Faltens, Einsatzgebiet, Sitzposition, Geometrie, Steifigkeit, Qualität, Handlichkeit,... Diese Punkte können nur durch vergleichendes Probefahren, selbst Falten und einen erfahrenen Berater geklärt werden.

Wo Faltrad kaufen?
Als Fazit lässt sich somit folgendes sagen:
Für Kurzstrecken, geringe Ansprüche uns seltene Nutzung mag evtl. ein billiges "Baumarkt" oder "Discounter" Klapprad reichen. Oft ist hier jedoch ein gebrauchtes "hochwertiges" Rad zum gleichen Preis die deutlich bessere Wahl.
Für zwar Preis- und Leistungsbewusste Nutzer sowie für längere Strecken, häufigere Benutzung und vollwertigeres Fahrverhalten sind Falträder im Fachhandel mit großer Faltrad-Auswahl zwischen ca. 400 und 1200 Euro eine gute Wahl. Wichtig ist hier aber die vergleichende Probefahrt.
Für alle, die das Faltrad als vollwertiges Fahrrad bzw. sogar als Fahrradersatz sehen und hohe Ansprüche an Qualität, Individualität und perfektem Fahrverhalten haben kommen die Falträder im spezialisierten Fachhandel zwischen ca. 1000 und 3000 Euro in die engere Wahl.
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Baumarkt / Discounter |
Internet |
Fachhandel |
Faltrad-Spezialist (Fachhandel) |
| |
*Bitte lassen Sie sich nicht beim Fachhandel oder Spezialisten ausgiebig beraten und probefahren um dann bei einem anderen Händler oder im Internet noch ein paar Euro zu sparen. Dies ist gewissermaßen Diebstahl! Der Händer investiert viel Zeit (rechnen Sie mal den Stundensatz um), viel Geld (in die Ausstellung und die Räder) und hat zusätzlich zu diesen Kosten auch noch den Wertverlust der Probefahr-Räder. Dies zerstört auf mittelfristige Sicht den qualifizierten Fachhandel! Sie können im Internet oder in günstigen Quellen kaufen - dann aber bitte ohne Beratungsklau! |
| Preislage |
bis ca. 300 Euro |
alle Preislagen |
ab ca. 300 Euro |
ab ca. 300 Euro |
| Vormontage |
schlecht |
meist schlecht |
gut, jedoch ohne Vorsorge häufiger Probleme |
sehr gut, da durch Erfahrung bekannte Probleme vorsorglich optimiert werden. |
| Beratung* |
keine / unqualifiziert |
keine bzw. nur sehr laienhafte in Foren |
zwar Beratung im Fachhandel, jedoch meist ohne Faltrad Erfahrung* |
sehr ausführliche und hoch qualifizierte Faltrad Beratung mit viel Erfahrung* |
| Probefahrt |
kaum möglich |
nicht möglich |
auf wenigen Modellen ohne Vergleich möglich |
auf vielen Modellen mit guten Vergleichs-möglichkeiten mögich |
| Reparatur |
nicht angeboten |
nicht angeboten |
beim Händler |
beim Spezialisten |
| Ersatzteil-versorgung |
meist schlecht |
schlecht - befriedigend |
befriedigend |
gut - sehr gut (häufig auch Teile auf Lager) |
| Anfahrtsweg |
gering |
keine |
gering |
weit |

Faltrad - FAQ's
Die Faltrad FAQ's (Häufig gestellte Fragen) finden Sie auf einer eigenen Seite: hier...

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